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Europas Ariane-6-Rakete - der Programm-Manager im Interview

Der Markt für den Satellitentransport gilt als sehr zukunftsträchtig. Mit der neuenTrägerrakete Ariane 6 will Europa den Zugang zum All sichern. Ein Interview mit dem Programm-Manager Patrick Bonguet, während seines Besuches bei CTR.

Ariane-6-Programm-Manager Patrick Bonguet mit dem CTR Laserzündsystem. ©CTR

Europas Zugang zum All

Die Europäische Weltraumorganisation ESA entwickelt seit 1975 Trägerraketen, Satelliten und Bodenanlagen, mit denen die Raumfahrtkapazitäten gesichert werden sollen. Die Trägerrakete Ariane 6 soll ab 2020 zum Einsatz kommen und nach der Ariane 5 das zentrale Trägersystem für Europas Raumfahrt sein. Für die Entwicklung und den Bau dieser neuen Rakete wurde das Unternehmen Airbus Safran Launchers gegründet. Wir haben den Programm-Manager der Ariane-6-Mission, Patrick Bonguet, in einem Kurzinterview befragt.

WARUM IST DIE ARIANE 6 SO WICHTIG FÜREUROPAS RAUMFAHRT?

Patrick Bonguet: „Die Übertragung von Radio- und Fernsehprogrammenüber Satelliten, Wetteranalysen oder die Beobachtung des Klimawandels wären ohne die Raumfahrt nicht möglich. Auch für die Grundlagenforschung, für Erd- und Planetenbeobachtungen liefert die Raumfahrt wichtige Informationen. Mit derAriane-6-Trägerrakete wollen wir Europas Wettbewerbsfähigkeit in der Raumfahrt sichern. Neben den bekannten Raumfahrtinstitutionenaus Europa, USA oder Russland, drängen auch immer mehr private Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin mit ihren Konzepten in den Weltraum vor und erzeugen einen enormen Preisdruck.“

WELCHE VERBESSERUNGEN SOLLEN MIT DER ARIANE 6 ERZIELT WERDEN?

Bonguet: „Mit der neuen Trägerrakete Ariane 6 richtet Europa den Satellitenmarkt auf die Zukunft aus. Die Kosten pro Kilo Fracht werden gegenüber der Ariane 5 um 40 bis 50 Prozent reduziert, wobei die Ariane 6 in zwei Modellvarianten startet. Der Raketendurchmesser ist mit 5,40 Metern gleich wie bei der Ariane 5 – so lassen sich die Werkzeuge und Fertigungsstrecken kostenoptimiert weiter benutzen. Die Ariane 6 wird modular aufgebaut und bietet zwei Varianten mit zwei oder vier Trägerraketen, je nachdem wie viel Schub für die Nutzlast und die angestrebte Bahn gebraucht wird. Die A62 startet tendenziell für wissenschaftliche Missionen. Die A64 wird für große kommerzielle Telekommunikationssatelliten genutzt. Mit dem neuen Oberstufentriebwerk Vinci sind wir bereits in der Entwicklung. Mit dem Feststoffbooster der Vega-Rakete wird zusätzliche Energie erzeugt. Eine große Innovation gehen wir bei der Fertigung ein. Für das Komponentendesign nutzen wir den 3D-Druck und beim Fertigungsprozess gehen wir von der vertikalen in die horizontale Fertigungsorganisation. Das hat gleich mehrere Vorteile. Die Montage wird im Fertigungsprozess transparenter, besser steuerbar und auch schneller. Man erkennt Engpässe frühzeitigund kann schneller reagieren. Der gesamte Fertigungsfluss der Komponenten wird effizienter. Das macht die Ariane-6-Entwicklung doppelt so schnell wie bisher üblich. Das Konzept für die Ariane 6 steht und wird gerade einer eingehenden Prüfung unterzogen. Im September sollte das Ergebnis vorliegen.“

MAN HAT ALSO VIEL VOR MIT DER ARIANE 6, WELCHERESSOURCEN BENÖTIGT MAN DAFÜR?

Bonguet: „Durch die ESA haben sich 22 Mitgliedsstaaten vereint, um die Finanzmittel und das Know-how für die europäische Raumfahrt zu bündeln. Die Ariane-6-Mission hat ein Volumen von 3 Milliarden Euro. Davon werden rund 400 Millionen von der Industrie beigesteuert. Insgesamt profitiert die Wirtschaft von der Ariane 6 durch nachfolgende Produktionsumsätze und Arbeitsplätze. Die Ariane 6 wird erstmals im Jahr 2020 vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou abheben.Dann planen wir jährlich zehn bis zwölf Ariane-6-Starts von Französisch-Guayana in Südamerika aus.“

Über die CTR

Die CTR gehört als Forschungszentrum für Intelligente Sensorik  und Systemintegration zu Österreichs außeruniversitären Forschungszentren. Ziel und Auftrag ist es, neueste Produkte und Prozesse basierend auf integrierten Sensoren, Mikro- und Nanosystemen zu entwickeln. Gegründet 1997, forscht die CTR in regionalen, nationalen und internationalen F&E Projekten, ist Mitglied der Forschung Austria und hat mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft  zahlreiche Patente realisiert. Im österreichischen COMET Forschungsprogramm ist die CTR mit dem Kompetenzzentrum ASSIC Austrian Smart Systems Integration Research Center vertreten. 

WEITERE INFORMATION

Rückfragen an

Birgit Rader-Brunner
F&E Kommunikation
CTR Carinthian Tech Research AG
Tel.: +43(0)664-4884 712
E-mail: birgit.rader@ctr.at

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Weitere Bilder

Eine Delegation von Airbus Safran Launchers beim Besuch der CTR. ©CTR

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